Familiengedanken

Mein Mann starb nicht wirklich unerwartet, auch wenn ich gehofft habe, noch einige schöne Jahre mit ihm gemeinsam verbringen zu dürfen. Es war uns nicht vergönnt und kam trotz allem sehr plötzlich.

Ich wartete vor der Intensivstation und mir fiel erstmal nur ein Mensch ein, mit dem ich sprechen wollte, meine Schwester.

Als er dann gestorben war, rief ich sie erneut an und wir weinten gemeinsam. Noch im Krankenhaus klingelte mein Handy, meine Schwester, ich komme, sagte sie mir, ich fliege in der Nacht. Sie wohnt 6000 Kilometer entfernt.

Tage vorher hatte ich „zufällig“ eine Karte gefunden und gekauft, auf der waren drei Tiere zu sehen, ich weiß nicht mehr genau welche, Bieber oder Erdmännchen, ein großes, ein mittleres und ein kleines. Und darunter stand: Ist die Familie beisammen, findet das Herz Ruhe.

Ich weiß sehr wohl, dass es Familien gibt, wo das Herz dann eher leidet, aber bei meiner Schwester und mir ist es so. Wir finden einander Ruhe.

Heute morgen brachte ich sie zum Zug, der ICE fährt zum Flughafen und das Flugzeug bringt sie nach Hause.

Ich danke Dir, Schwester, dass Du da warst. Ich danke dem Himmel, dass es Dich gibt.

2 Gedanken zu „Familiengedanken“

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