süchtig

Ich bin süchtig, ich gebe es zu. Und heilen lassen will ich mich auch nicht. Auf gar keinen Fall. Lieber lasse ich meine grad vom Winzer aus der Pfalz herbeigeschaffte Weinlieferung zurückgehen 😎 als dass ich aufhöre Krimis zu gucken. Echt wahr. Ich bin nämlich krimisüchtig.

Wobei, der Rotwein schmeckt köstlich. Auch wahr. Und alles Bio oder was 😎

Jedenfalls, ich werde heute VIER Krimis HINTEREINANDER gucken. Werde ich. Vier. Hintereinander. Und wenn ich dann viereckige Augen habe, poste ich ein Bild, versprochen 😜

Strohwitwe

Ja, das bin ich wohl 😜 das kommt nämlich daher, so eine der Theorien, dass im 16. und 17. Jahrhundert Trupps von jungen Männern durchs Land zogen, die sich im Sommer als Landarbeiter verdingten. Sie halfen beim Sicheln und Mähen von Getreide. Und die Frauen dieser Männer, die in den Heimatdörfern auf deren Rückkehr warteten, die wurden landläufig als „Strohwitwen“ bezeichnet.

Nun sichelt mein Wandersmann nicht herum und verdingen tut er sich schon gar nicht 😎 und ich liege auch nicht auf Stroh, aber ich warte auf seine Rückkehr 😊

Wir wohnen nicht zusammen, so ist es also normal für mich, wenn er nicht da ist, aber so gar keinen Kontakt, das ist schon eine andere Nummer. Doch ich sage ehrlich, das ist mal wirklich richtig gut. Es löst sich was, bleierne Selbstverständlichkeit kann so gar nicht erst entstehen. Das ist bei unserem französischen Modell auch nicht so einfach, weil wir unsere eigenständigen Leben haben, aber trotzdem, eine Pilgerreise tut gut, dem, der pilgert, und der, die stroht 😜

 

Bestellung beim Universum 😉

Es ist schon etliche Jahre her, da saßen mein mittlerweile verstorbener Mann und ich vor dem Fernseher und schauten eine Talkshow. Eine sympathische Frau erklärte dort Bestellungen beim Universum, wie das funktioniere und dass man damit wirklich Erfolg haben könne. Der Moderator fragte ausführlich nach, denn das hörte sich sehr ungewöhnlich an, doch sie vertrat ziemlich fröhlich und nicht weniger bestimmt die Ansicht, dies sei ein sicherer Weg, seine Wünsche erfüllt zu bekommen. 15 Jahre mag das jetzt her sein, meinem Mann, 2010 gestorben, ging es damals noch gut. Kurz danach fuhren wir jedenfalls ziemlich spontan mit dem Auto in die Pfalz, wir wollten ein paar Tage entspannen. Zu spontan, wie sich herausstellte, denn wir bekamen keine Unterkunft. Wir waren überall, hätten fast jeden Preis bezahlt, Hotel, Pension, Privatzimmer, egal, aber es gab nichts. Und als wir reichlich verzweifelt auf einer Schnellstraße bereits wieder Richtung Heimat fuhren, ich saß am Steuer, da meinte ich zu ihm, weißt du was, ich bestelle jetzt ein Zimmer beim Universum. Wir lachten beide, aber ich öffnete das Fenster, der Fahrtwind zauselte an meinen Haaren, und sagte laut: liebes Universum, wir brauchen ein Zimmer, jetzt! Sieh zu, wie du das hinkriegst! Danach mussten wir lachen, „Bestellung beim Universum 😉“ weiterlesen

Wiesenschaumkrautgedanken

HundeI0046aWir haben eine große Wiese am Hammer Bach, dort wächst dann im Frühjahr das Wiesenschaumkraut und ich nehme mir immer wieder Sträußchen davon mit… nahm, um ehrlich zu sein. Denn ich gehe nicht mehr am Sonntag morgen in aller Herrgottsfrühe dort spazieren… weil ich keinen Hund mehr habe. Ich bin immer mit meinem Gemixe ins Auto gestiegen und dann sind wir dorthin gefahren. Ich habe meinen Gedanken nachgehangen, Muxi hat „Hundezeitung“ gelesen 😎 wer war alles vor mir da und wann und wie groß, das können die Hunde ja alles aus den Markierungen „lesen“, die andere Hunde hinterlassen. Ja, das fehlt mir. Und bevor jetzt jemand auf die Idee kommt, ich könnte mir ja einen neuen Hund anschaffen… das fehlt mir nur mit Muxi. So ist es einfach. Ich trauere noch. Sein kleines Hundemäntelchen hängt noch im Flur, was ich ihm in den letzten Wochen gekauft hatte, er hat so gefroren, so klapperdünn wie er am Ende war. Früher hat er sowas gehasst, aber als er sich für den Weg zur Regenbogenbrücke vorbereitete, da hat er die Wärme genossen und sich das Mäntelchen anziehen lassen.

Er fehlt mir.

Spike ist grad gekommen, hat gefressen, sich von mir schmusen lassen und nun liegt er neben mir (ich sitze im Bett mit einer dampfenden Tasse Kaffee und meinem MacBook) und putzt sich ausgiebig. Spike ist gut, er tut mir gut, mehr kann ich grad nicht: Katze.

In zwei Wochen…

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warum…

…sind wir nicht, wie alle sind, verlieben uns ineinander und ziehen gefälligst zusammen, in ein schönes Häuschen und teilen Tisch und Bett, Rente und dreckige Handtücher, ich mach die Wäsche und er betankt das gemeinsame Auto? Warum um alles in der Welt müssen wir das „französische Modell“ leben, ist doch viel teurer mit zwei Wohnungen und wenn man sich sehen will, muss man sich verabreden…

Nein, nein und nochmals nein, ich will nie wieder „ein Geld“ haben! Ein Geld? Das muss ich Euch erzählen 😎

Ich war jung und frisch verliebt, das ist jetzt 33 Jahre her 😮 also sehr jung und verliebt. Mein damaliger Freund und späterer Ehemann und ich wohnten in einer Wohngemeinschaft, zusammen mit meiner Freundin. Und wir hatten ein Haushaltsbuch. Mit drei Spalten. Sie, er, ich. Wie das so ist in Wohngemeinschaften. Und wir waren so verliebt. Und so verliebt und oberblöd äh… wie wir waren, beschlossen wir, händchenhaltend und plingplingguckend und sich irre angrinsend… wir haben nunmehr ein Geld! Wir teilen Bett (naja, Matratze, damals noch arme Studenten), dreckige Handtücher… und den ganzen Kram und nun auch das Geld miteinander. Sein Geld ist mein Geld und mein Geld ist sein Geld. Unser Geld. Ein Geld. Und als Ausdruck unser umfassenden Plingplingverliebtheit nahmen wir das Haushaltsbuch und änderten die drei Spalten (sie, er, ich) in zwei Spalten: sie, er&ich. Echt jetzt. Kein Scherz. Wir waren halt jung und blöd… äh verliebt 😎

Meine Freundin kam von der Uni nach Hause und wir strahlten sie an, schau mal, was wir gemacht haben, wir teilen jetzt alles miteinander, wir haben jetzt ein Geld… natürlich bemerkte sie sofort, dass unser Verstand plingplingmäßig ausgesetzt hatte und die Fähigkeit zu rechnen kurzfristig abhanden gekommen war. Wir ließen uns durch nichts überzeugen, ein Geld ist ein Geld und also haben wir nur eine Spalte und nicht mehr zwei. Wir gehören zusammen und Menschen, die zusammen gehören, haben keine zwei Spalten. Das ist unsinnig. Verliebte gehören in eine Spalte. Das ist eine Plingplingwahrheit. Das ist so. Gesetz!

Mit Mühe konnte sie uns davon überzeugen, dass sie von drei gekauften Äpfeln nur einen zu zahlen bereit ist, es dauerte eine Weile, bis wir begriffen, dass eine gemeinsame Spalte nicht das Einmaleins außer Kraft setzt, und wenn wir uns noch so spaltenmäßig lieben 😎

Wir haben, wieder in die Normalität zurück gekehrt, noch Jahre über diese Geschichte herzhaft gelacht. Seit dem ist „ein Geld“ das Synonym für zusammenkleben ohne die Realität zu sehen.

Die Ehe hat übrigens nicht gehalten. Lag aber nicht an dem ein Geld und auch nicht an zwei Geld 😉 wir passten einfach nicht so recht zusammen. Das ist so lange her, dass ich vieles wirklich nicht mehr weiß. Wie auch immer, zusammen kleben kommt für mich nicht mehr infrage. Dann schon eher das französische Model.

Meinem Freund geht es übrigens ähnlich, zwar aus völlig anderen Gründen, aber kleben ist auch für ihn völlig undenkbar geworden. Das hat sich ja nun wunderbar getroffen, zwei Antiklebies 😛 die jeweils ihre eigene Spalte behalten wollen 😎

Aber eins kann ich Euch verraten, wenn man jung ist, dann ist man manchmal wirklich blöd 😫 wenn es auch wunderbar war 😎 einmal so richtig blöd sein darf man im Leben, das gehört einfach dazu!!

 

Zahlenspiele

Gibt es langweilige Zahlen? Definitiv, gibt es. Wie das? 😎 Ich habe schon als Kind den Menschen um mich rum eine Zahl gegeben. Warum weiß ich nicht, aber das war so. Mein Vater war eine 5. Warum kann ich nicht mehr sagen, aber ich wusste schon vor der Schule, dass er eine 5 ist. Nicht wertend gemeint, sondern vom Gefühl. Und darum gibt es für mich auch langweilige Zahlen.

48 zum Beispiel ist eine solche. Oder 32. Totaaaaal langweilig 😎 35 ist ok, 37 auch, die 38 ist spießig…. und so habe ich alle möglichen Zahlen mit allen möglichen Gefühlen. Und oft auch Menschen, denen ich Zahlen gegeben habe. Manchmal kamen auch Farben dazu. Mein Vater war oft braun. Eine braune 5. Aber manchmal war er auch grün. Meine Mutter war übrigens eine gelbe 8.

Vielleicht sind Kinder so. Keine Ahnung, ist auch egal, für mich war es so. Und das Gefühl, dass es langweilige Zahlen gibt, das ist geblieben. Als ich 32 wurde, fand ich das doof. Eben weil die Zahl langweilig war. 42 war ok. 47 war super. 50 war ok. 52 wieder spießig. 56 fand ich doof, ich bin froh, dass ich sie los bin. Ab heute habe ich eine lustige 57 😎

 

 

Tipp

 ichtuchDa sitze ich und probiere ein Tuch aus, was zwei Jahre zuvor kein ausprobieren war, da hatte ich solche Teile ständig auf dem Kopf, weil mir die Haare fehlten. Die waren fort. Sie sollten zurückkokmmen, was sie ja letztendlich auch taten und ich war mir dessen auch sicher, aber ein halbes Jahr, ein knappes halbes Jahr rannte ich ohne Haare rum. Jedenfalls gefielen mir einige Turbane so gut, dass ich dachte, das kannste ja auch machen, wenn du wieder Haare hast… ich habe es nie gemacht.

Ich habe mir die haarlose Zeit schlimmer vorgestellt. Wirklich. Als junges Mädchen war das für mich gleichbedeutend mit Hölle. Ohne Haare war tiefste Hölle. Und als ich sie dann hergeben musste, für eine Weile, da war es fast normal. Das hört sich sehr abgeklärt an, aber ich meine es wirklich so, es war fast normal, Mutter hatte das schon durchgemacht, so viele hatten es durchgemacht, warum sollte ich es also nicht auch schaffen.

Ich habe es geschafft. Es ist mir nicht schwer gefallen. Ich war heilfroh, als sie wieder gewachsen sind. Und weil ich die hälfte weiß hatte und die hälfte dunkel, sah ich aus wie von Ratten abgefressen, was ich FURCHTBAR fand, einfach nur FURCHTBAR! Also habe ich die 3 mm Stoppeln gefärbt. Was dann zwar ungewöhnlich kurz aber doch gut aussah.

Am liebsten würde ich mich mal mit weißen Haaren sehen, ob das wohl gut aussieht? Ohne Chemo hätte ich sie mir nie gefärbt, nicht weil ich es ablehne, ich hatte einfach keinen Gedanken daran. Aber so rattenabgefressen war einfach nur schrecklich.

Und so überlege ich, was soll ich tun.

Weiße Haare sind schön, das kann man hier sehen, bei meiner Freundin

http://beateknappe.de/silbergrau/

die grad eine Aktion macht und einen Ausstellungsraum sucht für ihr Projekt. Hat jemand einen Tipp?

Ein anderes Leben…

…ja, das führe ich jetzt. Und es ist mir noch gar nicht klar. Hajo ist immer noch ein fester Bestandteil meiner Alltagsgedanken, aber so, als wäre er noch da. Heute habe ich Winterreifen bekommen, an unserem Auto. Es ist immer noch „unser“ Auto und normalerweise hat er sowas übernommen, so stand ich also heute dort und fühlte mich falsch.

Mensch er fehlt mir so. Ich kann nicht beschreiben, wie sehr er mir fehlt.

Und was fange ich nun mit dem neuen Leben an?

Ich bin verworren.

Haben und Sein

Heute fühle ich mich nicht mehr ganz so unbunt, es geht sozusagen buntmäßig langsam aufwärts. Dabei stieß ich auf Erich Fromm, den ich so gerne gelesen habe. Wer kennt es nicht, Haben und Sein, genial. Und ich mag auch das Bild hier von ihm, er sieht so ein bisschen aus wie mein Opa, der auf dem Amt arbeitete.
Habe mir soeben Erich Fromms kleine Lebensschule bestellt.

Mir geht unsere Überfluss- und Allzeitbereitgesellschaft so auf den Senkel. Vielleicht hat das unbunte ja auch ein wenig damit zu tun.