Schneckenfühlerleben

Ich habe heute lange nachgedacht über meine Spaziergänge mit den Hunden und was ich da alles so erlebe und was sich dann innerlich bei mir tut. Es sind oft gar wundersame Dinge, aber auch welche, die mich schmunzeln lassen. Und welche, die mich verwundern, so wie dies: im Herbst letzten Jahres traf ich viele Schnecken auf den Hundewegen, ich mag sie nicht sonderlich, aber sie haben nunmal das gleiche Recht, da herumzuwandern wie ich auch. Manchmal betrachtete ich mir eine Schnecke genauer und wenn sie ihre Fühleraugen ausgestreckt hatte, dann berührte ich sie ganz sachte daran und schwupps! waren diese Teile schnell wieder verschwunden.

Das war im Herbst vergangenen Jahres. Und heute dachte ich über dieses Bild nach, was da in meinem Kopf war. Und stellte fest, dass ich gelernt habe, ein Schneckenfühlerleben zu führen. Was an dem Leben liegt, was meine Mutter führen musste, weil sie keine Chance hatte, ihr inneres Kind zu schützen. Bis heute nicht.

Ich war ihr zuweilen schutzlos ausgeliefert. Um das zu überleben, musste ich Mechanismen entwickeln, die mich schützten, ich musste in der Lage sein, mich augenblicklich zurück zu ziehen, wenn sie ihren ganzen Hass auf sich selber über mich ergoss. Das hat dazu geführt, dass ich wie die Schnecke ihre Fühleraugen, meine Emotionsfühler ausstreckte und mich sofort zurück zog, wenn Gefahr drohte.

Das meine ich mit Schneckenfühlerleben.

Ein Gedanke zu „Schneckenfühlerleben“

  1. hab ich eben erst gefunden und kann es kaum lesen, liebe Gabi, ich werde nämlich demnächst auch 50!!! und meine Brille muss dann mal wieder ausgetauscht werden, wie es scheint. schneckenfühlerleben gefällt mir sehr gut.

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