Schrein

Dies ist meine spirituelle Ecke, da sind alle meine Seelenbücher, meine Tarotkarten, meine Tagebücher, meine Teekannen, dort kann ich in mich kehren.

Ich habe vor nicht allzulanger Zeit einen ergreifenden Tatort gesehen, ich weiß nicht mehr genau, was da alles ablief, aber es ging um illegale Einwanderer, zwei Kinder einer Familie, Bruder und Schwester, waren schon da, die Eltern kamen mit einem Säugling nach. Eingeschleust in einem LKW mit vielen anderen Flüchtlingen. Alle starben, bis auf der Säugling.

Die beiden Kinder waren in einem Kloster untergebracht, dort kümmerten sich die Nonnen um die Illegalen. Hielten sie versteckt. Und die oberste Nonne, die hatte nun die schwere Aufgabe, dem Geschwisterpärchen zu sagen, dass die Eltern nicht mehr leben, nur noch das kleine Geschwisterkind. Bevor die Kinder zu ihr kamen, hockte sie knieend vor einem Jesus am Holzkreuz, auf so einer Holzbank, ich weiß nicht, wie man das nennt, jedenfalls betete sie um Kraft, damit sie diese schwere Aufgabe erfüllen kann.

Da wurde mir klar, dass ich das auch brauche, nicht grad so katholisch besetzt, aber einen Ort, einen Raum, und wenn es nur ein kleiner Fleck ist, wo ich mich sammlen kann. Wo nichts anderes Platz hat als Religion, jedenfalls so, wie ich sie verstehe.

Das Wort religio hatte im Lateinischen verschiedene Bedeutungen: Gottesfurcht, Heiligkeit, aber auch Rücksicht, Bedenken, Skrupel und Pflicht. Rücksicht im Sinne von eine Sicht zurück. Dort also blicke ich zurück und blicke nach vorn.

Und das alles im Stile der 50er Jahre ;-))))))))))

Ein Gedanke zu „Schrein“

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