Gartower Galläpfel

Wissenschaftlich erkärt: der rundliche Gallapfel kommt im Herbst an der Unterseite von Eichenblättern vor. Er entsteht durch abgelegte befruchtete Eier der Eichengallwespe. Im Inneren des Gallapfels befindet sich eine Larve, aus der im Herbst das immer weibliche Insekt ausschlüpft und je ein unbefruchtetes Ei in den Vegetationskegel der Eichenknospe legt. Dieses überwintert dort und bildet ab dem Frühling Knospengallen, aus denen im Juni sowohl Männchen als auch Weibchen der Eichengallwespe schlüpfen. Die befruchteten Weibchen legen dann wieder Eier mit Hilfe des Legestachels in eine Blattader des Eichenblattes ab. Durch eine Abwehrreaktion der Eiche entsteht um die Legestelle die krankhafte Wucherung, die aufgrund der Kugelförmigkeit Gallapfel genannt wird.

Unwissenschaftlich war ich in Gartow und habe dort meine orientalschen Tantenpflichten erfüllt. Meine Nichte ist nämlich derzeit mit zwei Freundinnen bei ihren Großeltern, meinen Eltern, und ich sollte mit ihnen Hamburg besuchen, Oma und Opa hatten schon genug Programm hinter sich und kennen sich zudem dort gar nicht aus. Da Hajo lange in Hamburg gelebt hat und auch mitgekommen ist, war das also kein Problem.

So sind wir also mit den Girlz durch die Großstadt, haben ihnen einiges gezeigt und sie dann alleine ziehen lassen. Hellauf begeistert machten sie sich auf den Weg und kamen überglücklich Stunden später zum Treffpunkt. Hajo ist in Hamburg geblieben und wir sind zurück nach Gartow, wo ich ein paar Tage geblieben bin und bei unseren langen Waldspaziergängen mit den Hunden diese Galläpfel fand.

In Gartow war es schön. Ich habe hautnah den Erfolg meiner Therapie erleben können. Es war ein großartiges Gefühl, meine Eltern sind wie immer, doch jetzt SEHE ich es, erkenne es, verstehe es, verstehe das kleine Kind in mir, kann es schützen und die Zeit bei ihnen einfach genießen.

Schön, dass es so gekommen ist.

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