Zeug

Meine Küche. Genaugenommen die Kochecke meiner Küche. Ich liebe meine Küche. Sie ist voller Zeug, geerbt, vom Flohmarkt, geschenkt bekommen, gefunden. Ich muss all das Zeug sichtbar und griffbereit haben. Ich brauche das. Je mehr Zeug, desto besser. Ich liebe Zeug. Und ich stehe unglaublich gerne mitten im Zeug und prutschele herum. Kochen ist für mich wie Meditation, ich hantiere gerne mit Lebensmitteln, bereite Speisen zu, ich habe sie gerne in der Hand. Wenn ich etwas kochen will, betrachte ich all mein Kochzeug und überlege, was nehme ich am besten. Ich hoche viel mit Kupfertöpfen, auf meinem kleinen Gasherd. Oder ich dünste in einem 50 Jahre alten Dünsttopf. Das schmeckt richtig gut.

Mein Vater, er wird im Dezember 70, hat mir beigebracht, dass Chaos fürchterlich ist. Dass es wie bei den Hottentotten aussieht. Oder wie bei Hempels.

Unter dem Sofa. Jedenfalls muss Ordnung sein. Sagte er. Und ließ, auf dem Weg von der Haustüre ins Elternschlafzimmer, in regelmäßigen Abständen seine Kleidung fallen. Und meine Mutter ging hinterher und hob sie auf. Davon will er heute nix mehr wissen. Naja. Das Zeugdenken habe ich dennoch von ihm geerbt. Er stand auch immer inmitten seines Zeugs und werkelte herum.

Aber heute habe ich nicht nur zeuggewerkelt, heute habe ich geschlafen. Mit Muxi unter einer Decke.


Dann wurden wir beide wach und schauten uns an. Ein Hund kann einem in die Seele gucken. Wirklich!

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