Bütterkenzeit

In den letzten Tagen denke ich oft an meine Großeltern. Was hatten sie für Träume? Wie haben sie sich als junge Menschen das Leben gedacht? Wie sind sie ihren Weg gegangen und waren sie immer einverstanden? Die Zeit mit ihnen hier in dem Haus, in dem ich jetzt lebe, war für mich eine sehr unbeschwerte. Sie waren einfach da. Es war eine, wie meine Schwester und ich das nennen, „Bütterkenzeit“. Bütterken war das, was meine Oma uns Kindern nachmittags machte, wenn wir vom Spielen hereinkamen, dann gab es Weißbrot mit dick Butter und Marmelade, Bütterken eben. Gestern chattete ich mit meiner Schwester, die ja nun tausende von Meilen entfernt im Orient wohnt und wir stellten beide fest, wie sehr wir uns nach dieser Bütterkenzeit zurücksehnen. Meine Großeltern leben nicht mehr. Und doch sind sie hier in dem Haus. In dem ich lebe. Und in dem ich mich nach Bütterkens sehne, die jemand für mich macht.

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