Meiner Hände Arbeit

Was diese Hände alles schon geschafft haben im Leben. Nein, schwer arbeiten mussten sie nicht. Wie die Hände meiner Großmütter, die im Krieg die Trümmer beseitigten, schwerstbehinderte Töchter versorgten, Wäsche in heißen Trögen wuschen, jeden Tag für eine vielköpfige Familie frisches Mittagessen zubereiten, weil es weder Dosen noch Fertiggerichte noch Tiefkühlkost gab, das fing schon früh morgens mit dem Schnippeln der Bohnen an und endete spät Abends mit dem Ausbürsten des guten Anzuges von Großvater.

Nein, all das haben meine Hände nicht leisten müssen. Sie schreiben. Früher mit dem Stift, heute mit der Tastatur. Aus ihnen fließen meine Gedanken auf Papier oder ins Netz. Ich bin jetzt 49 und das ist die Zeit, wo frau zurückblickt auf die Mitte des Mandalas, auf die Kreise, die sie schon gegangen ist, auf die Dinge, die sie schon geschafft hat, auf Dinge, die ihr mal wichtig waren, Dinge, die heute an Bedeutung verloren haben oder im Laufe der Jahre bedeutender geworden sind und als ich also mit solchen Gedanken befasst auf das Gebäude zuging, in dem ich arbeite, da fühlte ich eine Zufriedenheit. Ja, ich habe für mich einiges erreicht, in mir, mit mir. Und das macht mich zufrieden.

Es geht noch weiter, ich will noch mehr, dazu gehört schreiben, aber um das zu erkennen und zu wollen musste ich erstmal da ankommen, wo ich heute bin.

Ein nicht immer einfacher Weg. Aber ich bin ihn gegangen. Und das tut mir gut.

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