Heidelberg heilt kranke Herzen

Wir, mein Mann und ich, waren spontan in Heidelberg. Spontan ist gut, es war spontan geplant und lange ersehnt und von mir trickreich durchgeführt. Der Mann, der meinige, ist nämlich krank. Krank am Herzen. Seit einem Jahr schon. Es wurde immer schlimmer, aber was ein echter John Wayne ist, der geht ja nicht zum Arzt, das machen doch nur Weicheier 🙁

Da ich mein geliebtes Hartei ja nun kenne, habe ich mir einen Trick ausgedacht und siehe, Donnerstag fuhren wir dann endlich nach Heidelberg zu seinen Ärzten. Für alle, die dort in der Nähe wohnen und Ärzte mit ganzheitlichem Ansatz suchen

Dres. Gabriele und Dieter Jung

sehr zu empfehlen. Wir waren alle vier in der Praxis, ja, sogar die Hunde durften mit!!

Danach waren wir sehr erleichtert, endlich ein Behandlungsplan, endlich fängt er mit der Gesundung an, wir haben lange miteinander geredet, altes aufgearbeitet, so eine Krankheit hat ja immer einen Sinn. Auch für eine Beziehung.

Hajo hat 30 Jahre in Heidelberg gelebt und ist dort zur Schule gegangen. Er kennt es nun sehr gut und wir waren schon oft dort. Ein schönes Städtchen. Wir haben uns nicht nur um sein Herz gekümmert, sondern ich habe auch mal wieder darüber nachgedacht, wie warum und wieso und wer überhaupt bin ich. Warum habe ich Jura in Köln studiert, an dieser Massenuni, warum bin ich nicht nach Heidelberg gegangen?

Ich komme der Antwort immer wieder ein Stückchen näher. Ein Teil von mir hätte in Heidelberg, New York und Rio de Janeiro studiert, der andere Teil hätte sich niemals aus dem Haus getraut. Die Mitte davon ist eben Köln.

Was schrieb mir Panta Rhei: What you need to know about the past is that no matter what has happened, it has all worked together to bring you to this very moment. And this is the moment you can choose to make everything new. Right now.

Ich habe lange darüber nachgedacht. Und ich glaube, es stimmt. Alles zusammen hat mich zu der gemacht, die ich bin. Hat mich dahin gebracht, wo ich jetzt bin. Und doch tut es mir gut über die beiden Teile in mir nachzudenken, die eine, die mit fliegenden Fahnen nach Rio gerannt wäre, laut jubelnd über das sonnige Leben, die andere, die ängstlich die Luke nach draußen öffnet und das Haus möglichst nicht verläßt.

Ich bin beides. Es hat einen Grund, warum ich beides bin. Das habe ich erkannt und ich bin dabei, es zu verarbeiten.

In solchen Augenblicken finde ich das Leben wundervoll.

Hunde im Hotel:

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