Damals

Panta Rhei hat schon recht, das Foto ist nicht besonders, aber darum mache ich ja auch einen Kurs bei ihr! Mir ging es um den Bubikopf, den ich bei Aldi im Angebot gefunden hatte. Eigentlich gehen wir gar nicht nach Aldi einkaufen, weil es so ungünstig liegt, doch diesmal hatten sie ein bestimmtes Angebot und dort sah ich dann auch den Bubikopf. Und musste an die Zeit denken, als ich als junge Studentin nach Köln gezogen bin. Damals.

Es ist jetzt länger her als ich alt war, also mehr als mein halbes Leben bisher, kaum vorstellbar, aber so ist es. Und doch kann ich die Bubikopfgefühle noch fühlen. Sehr deutlich sogar. Die Abende in der Wohngemeinschaft, die Gespräche über die beruflichen Wünsche für die Zukunft, der Enthusiasmus, mit dem wir an die Sache gegangen sind, die Träume, die wir in Bezug auf eine Partnerschaft hatten, die grenzenlosen Möglichkeiten, die uns selbstverständlich offen standen, und mittendrin mindestens immer ein Bubikopf.

Damals. Es ist lange her. Ich denke so gerne an diese Zeit zurück, weil sie so unbeschwert war. Jedenfalls für mich. Mir war vieles noch nicht klar, zu vielem konnte ich noch keine Position beziehen, einfach weil ich es noch nicht kannte. Und ich konnte in meiner Phantasie alles werden.

Ich habe keine Sehnsucht oder ich trauere dieser Zeit nicht hinterher, es ist eine wunderschöne Wehmut, die mich da befällt, ein Traum von Damals, und wenn ich unseren jungen Auszubildenden sehe, dann muss ich immer lächeln, weil es mich genau daran erinnert und weil ich gerne daran erinnert werde, auch wenn ich froh bin, dass ich heute die bin, die ich bin.

Was mich auch viel Kraft gekostet hat. Aber es hat sich gelohnt. Damals war damals und heute scheint die Sonne!

 

Wege der Veränderung 1

Als meine Großeltern das Haus gebaut hatten, war dies das Wohnzimmer der Aussiedlerfamile aus Polen. Dann war es das Wohnzimmer meiner Eltern, dann wurde es das Wohnzimmer meiner hinzugezogenen Großeltern aus Berlin, dann wurde es mein Wohnzimmer, dann würde es das Wohnzimmer von Hajo und mir und jetzt ist es mein Zimmer. Und seit es das ist, hat es sich schon einige Male verändert.

Dies ist der Weg der Fensterecke, die mir nun ausgesprochen gut gefällt. Und meiner Schwester Zarawa sowieso, sie fand den Sessel am Fenster immer am schönsten 😉

Wege der Veränderung 2

Und das ist der Weg der Sofaecke. Meine Eltern haben, als sie eingezogen sind, die Ecke mit Klinkern ausgestattet und einen furchtbar großen und sehr vornehm aussehenden Kohleofen, den sie geschenkt bekommen haben, eingebaut. Ich habe dann auch einen Kaminofen dort aufgestellt. Der steht jetzt in der Küche und spart uns viel Geld für die Ölheizung.

Wie innen so außen

   

Immer, wenn sich bei mir innerlich was tut, muss ich räumen. Um-räumen. Hier nun mein neues Zimmer, es hat mich zwei Tage gekostet, mein Büro fortzuräumen und ein komplettes Wohnzimmer zu erstellen. Und im vormals kleinsten Wohnzimmer der Welt ist nun meine Büroecke. Ich finde es wunderbar, einach nur wunderbar. Ich räume. Alles bekommt einen neuen Platz. Innen. Und außen. Ich sortiere um. Doch für heute habe ich genug sortiert und gehe jetzt in mein Bett. Das steht immer noch da, wo es vorher stand.

Gute Nacht!

schrill

Ist er nicht schrill? Dieser Vorhang ist genial, ich habe ihn im Keller gefunden, musste ihn nur etwas umnähen und schon habe ich eine Vorhangküche, so, wie ich es doch so sehr mag.

Hintergund der Geschichte ist, dass wir uns als Eheerhaltungsmaßnahme eine neue Spülmaschine zugelegt haben. Siemens. Diesmal ein echt gutes Teil. Die wollte ich aber nicht dahin haben, wo die alte vorher war, unter der Spüle, weil das so unbequem einzuräumen war. Das ausbauen, sauber machen, einbauen, umbauen, wegbauen, hinbauen hat mich dann den ganzen Samstag und den halben Sonntag gekostet. Klasse. Aber musste sein. Tja und dann galt es, die Lücke zu füllen. Ich mag zusammengestellte Küchen mit kleinen Vorhängen. Ich mag das einfach. Meine Oma hatte sogar noch einen Spülstein, den hätte ich am allerliebsten. So einen alten großen weißen Spülstein. Und unter dem war ein Vorhang. Ich liebe das. Also war es keine Frage, wie ich die Lücke fülle, fragte sich nur mit was

Im Keller fand ich dann diesen alten Vorhang, wo der wohl mal gehangen hat? Egal, den musste ich noch umnähen und dann passte er. Da ich die neue alte Nähmaschine noch nicht eingeweiht hatte, musste ich sie also erstmal kennen lernen, so hat das Umnähen von dem Vorhang 3 Stunden gedauert, Fadenlauf, Unterfaden, Spule aufwickeln, all dieser Kram, das musste ich doch alles erst lernen. Bedienungsanleitung studieren und ausprobieren. Nun, geradeaus nähen kann ich jetzt und richtig gemessen habe ich auch und jetzt ist dieser schrille Vorhang angebracht. Ich liebe sowas.

Eben mit meiner Mutter telefoniert, der hing Ende der 70er Jahre in der Kellerbar, vor der Heizungskellertüre. Damals waren doch die Kellerbars so modern. Meine Eltern hatten neu gebaut und natürlich auch eine Kellerbar. Für Partys. Da hing der schrille Vorhang, der damals nicht schrill war sondern normal. 70er Jahre eben.

Ich suche aber noch Stoff aus den 60ern, den finde ich schöner. Erinnert mich an meine Großmutter. Vielleicht werde ich bei eBay fündig. Doch zunächst tut es der grüne. Ich liebe zusammengestückelte Küchen. Ich liebe überhaupt das Zusammengestückelte. Von allem etwas. Ich liebe das!

Mein Wochenende

Vorher:

Nachher:


Unser altes Haus hat unten in der Wohnung, paterre, alte Fenster und keine Türen. Wir heizen uns also blöd. Ölmäßig gesehen. Unten stand auch mal ein Kaminofen, der hier auf dem Foto zu sehen ist, vorher. Als ich die Wohnung mit meiner Großmutter tauschte, die oben wohnte und keine Treppen mehr gehen konnte, habe ich natürlich diesen Ofen mit hoch genommen. In mein Wohnzimmer. Aus diesem Wohnzimmer wurde ehemäßig bedingt mein Zimmer, weil mein lieber Gatte die Angewohnheit hat, Zimmer zu verwüsten. Er sieht das natürlich anders, er braucht halt diese Dinge immer um sich, 2396 Computerzeitschriften, 745 Speicherbausteine, 36 alte Modems, 59 Motherboards… und noch so diversen Krams. Ich habe dann eine Zwangsräumung durchgeführt und ihm mein altes Schlafzimmer als Fernsehguckcomputerteilelagerhalle mit Sofa zugewiesen. Und aus unserem alten Wohnzimmer mein Wohn-, Arbeits- und Schlafzimmer gemacht, groß genug ist es ja. Tja und da hatte ich also dann einen Ofen. Den ich aber nie angemacht habe, das wird einfach zu warm und da ich gerne kalt schlafe, war das Ding eben nur noch eine Zierde.

Nun kommt der Winter und wir haben neues Öl bestellt. Und mein Vater brachte mich dann auf die Idee, er berichtete von einem Artikel in einer Zeitschrift. Es ging um heizen mit Kachelöfen. Man solle weniger Holz nehmen, mehr Kohle, das sei billiger, weil Kohle wesentlich länger heizt. Also das Holz heizt nicht so lange wie die vergleichbare Menge Kohle.

So kamen wir auf die Idee, den Ofen doch wieder an seine alte Stelle zu platzieren, mitten in der Wohnung unten, unserer Küchen- und Essetage. Freitag kam ein Bekannter von uns, der so stark ist wie Herkules. Der hat das alles durchgezogen und so konnten wir Freitag abend schon die Heizkörper in der Wohnung unten zudrehen. Und hatten es mollig warm.

Tja, so musste ich oben also wieder mal umräumen, der Ofen hatte ja eine Lücke hinterlassen. Weil ich letztes Wochenende auch noch den Weg für den Ofen freiräumen musste, das sperrige Ding musste ja schließlich von oben nach unten getragen werden und überall standen Möbel, Regale und was weiss ich nicht noch im Weg, gab es also einiges zu räumen.

Das war mein Wochenende, räumen. Zurückräumen, umräumen, sauber machen. Jetzt bin ich müde und habe genug von der ganzen Räumerei. Es sieht aber schön aus. Wie’s unten aussieht, da stelle ich auch noch ein Bild rein. Aber jetzt nicht. Ich will mich legen und ausruhen.

Ich bin wirklich froh, dass das Ding jetzt unten steht. Die alten Fenster, die offene Bauweise, wenn wir es warm haben wollten, mussten wir die Heizung voll aufdrehen. Ich hatte nur noch $$Zeichen in den Augen, vor allem, wo der Ölpreis so gestiegen ist. Jetzt habe ich ein wesentlich besseres gefühl. Und der Ofen hat wieder einen Ofensinn. Außerdem, Feuer ist eine viel gemütlichere Wärme.

Ich lege mich. In mein Bett in dem Zimmer ohne Ofen ;-))